Ketone und Ketoazidose

Regelmäßiges Testen nach Ketonen im Blut ist wichtig, besonders wenn die Katze hohe Blutzuckerwerte hat bzw. der Nadir nicht täglich deutlich <200 mg/dL liegt.

Ketone im Blut sind das erste Zeichen, dass der Körper der Katze wegen mangelndem Zugriff auf Glucose auf die Fettverbrennung umgeschaltet hat. Die Behandlung hängt von den Ursachen ab und beinhaltet oft eine höhere Insulindosis, ein länger wirkendes Insulin, eine Umstellung auf 2 Spritzen pro Tag, mehr Futter bei appetitlosen Katzen oder eine Kombination des vorgenannten.

Nach den Ketonen kommt es über kurz oder lang zur Ketoazidose und diese ist SEHR OFT TÖDLICH!!! Es handelt sich dann um einen komplexen medizinischen Notfall, der nur stationär in einer Tierklinik behandelt werden kann.

Eine Ketoazidose ist eine Stoffwechselentgleisung, die den pH-Wert und Chemie des Blutes (auf Englisch "blood chemistry") verändert. Die Symptome sind unter anderem Erbrechen, Austrocknung, Essensverweigerung, Lethargie, und im Endstadium Krämpfe und ein Koma. Möglicherweise riecht auch der Atem der Katze "süßlich" nach Aceton. Die Krisen-Behandlung bei einer Ketoazidose beinhaltet die Wiedereinstellung von der korrekten Chemie des Blutes durch die Zufuhr von Flüssigkeit und Elektrolyten über Infusionen. Der Körper muss auch wieder seine Energiequelle von Fett auf Glucose umstellen können. Dies passiert durch kleine Mengen von schnell wirkendem Insulin und einer Infusion von Glucose.

Man sollte mindestens einmal in der Woche Ketone messen, wenn sich die Werte der Katze nicht im physiologischen Bereich befinden. Wenn der Nadir >200 mg/dL liegt, sollte man täglich nach Ketonen messen.

Zur schnellen Übersicht, was bei welchen Ketonwerten zu tun ist, siehe hier: Gefährliche Ketone, DKA (diabetische Ketoazidose) bei Katzen

Wenn die Katze hohe Blutzuckerwerte hat und das blutige Messen noch nicht klappt, kann man notfalls Ketone auch im Urin testen. Hierzu eignen sich z.B. Ketostix von Bayer. Diese kann man auch ins frisch bepinkelte Streu drücken. Das testen im Blut ist dem Urintest jedoch immer vorzuziehen. Die Gründe sind hauptsächlich, dass das Ergebnis wesentlich genauer, empfindlicher und zeitgleicher ist. Mögliche Geräte dafür sind:

  • Freestyle Precision Neo
  • Glucomen areo GK
  • Fora 6 Ketonmessgerät
  • On Call GK Dual

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Besonderheiten bei der Gabe von Velagliflozin (Senvelgo)

Vor Beginn der Therapie ist zwingend eine Untersuchung auf Ketone und eine DKA vorzunehmen. Ist eine vorhanden, darf das Medikament nicht gegeben werden. Nach Beginn der Behandlung muss in der ersten Woche eine tägliche Ketonkontrolle erfolgen. In der darauffolgenden Woche müssen alle 1-3 Tage Ketone gemessen werden. Während der ersten zwei Behandlungswochen ist es wichtig, Katzen engmaschig auf eine mögliche Entwicklung einer DKA zu überwachen und immer dann, wenn die Katze während der Behandlung klinische Krankheitsanzeichen zeigt. Das Risiko, eine DKA zu entwickeln, sinkt nach den ersten zwei Behandlungswochen signifikant, aber eine DKA kann jederzeit auftreten. Mit Insulin vorbehandelte diabetische Katzen haben ein höheres Risiko für die Entwicklung einer DKA und Ketonurie als neu diagnostizierte Patienten. Bei bestätigter oder vermuteter DKA oder diabetischer Ketonurie ist ein sofortiges Absetzen der Behandlung und Einleitung einer Insulintherapie erforderlich.
Eine DKA tritt unter Senvelgo auch bei guten Blutzuckerwerten auf (euglykämische Ketoazidose). Die sofortige Einleitung einer Insulinbehandlung ist dennoch erforderlich, um das Fortschreiten der Ketoazidose zu stoppen.
Fachinformation Senvelgo
Packungsbeilage Senvelgo

Autorin: Kirsten mit Tilly
Datum: November 2005, überarbeitet Juli 2021 sowie Juni 2026