Urinanalyse - Ein unterschätztes Diagnostikum

Judith

Benutzer
Ihr Lieben,

leider hatte ich erneut das Problem, dass die Urinanalyse einer meiner Katzen (diesmal Willi) völlig unzureichend war – obwohl ich darum bat, alle möglichen Parameter untersuchen zu lassen, um sämtliche mögliche Krankheitsursachen ausschließen zu können.
Besonders frustrierend ist es dann, wenn eine invasive Probenentnahme per Blasenpunktion nicht optimal genutzt wird.

Für alle, die jemals eine Urinanalyse ihrer Katze benötigen, teile ich hier mal einen hilfreichen Link:

Dieser Leitfaden enthält detaillierte Informationen über alle wichtigen Parameter, die bei einer Urinanalyse untersucht werden sollten. Er erklärt auch, was die einzelnen Werte bedeuten und bei welchen Erkrankungen sie verändert sein können. So könnt ihr beim Tierarzt gezielt nachfragen und sicherstellen, dass eure Fellnasen eine wirklich umfassende Untersuchung bekommen. Bittet unbedingt ausdrücklich darum, dass die Untersuchung von einem spezialisierten Labor durchgeführt wird, da diese wesentlich genauer sind als Tests in der Tierarztpraxis.

Hat jemand von euch auch schon schlechte Erfahrungen bezüglich einer Urinanalyse gemacht?
 
Meine TÄ schickt den Urin gar nicht weg. Sie macht alles in der Praxis vor Ort. Dass die Untersuchung im Labor genauer ist, wusste ich nicht. Ich sag immer genau dabei, was ich haben möchte. Dann funktioniert das.
Den absoluten Gipfel der Inkompetenz habe ich in unserer TK hier erlebt, als Jamie damals ihre erste ANI hatte und ich die Nierenparameter im Urin gecheckt haben wollte (UPC, spez. Gewicht, etc...) und die erstmal nachblättern mussten, wie das geht und wohin die das schicken müssen. Aber diese TK sieht mich sowieso nicht mehr. Die sind einfach nur schlecht.
 
Liebe Sarah, schön zu hören, dass es doch Praxen gibt, die so genau wie Labore arbeiten können. Das scheint aber eher die Ausnahme zu sein. Unglaublich, dein Erlebnis in der TK! :amazed:
Dass die Untersuchung im Labor genauer ist, wusste ich nicht.
In spezialisierten Laboren kommen in der Regel andere Methoden, Geräte und Fachkenntnisse zum Einsatz. Sie arbeiten mit hochpräzisen Maschinen für chemische und mikroskopische Analysen, die genauere Messwerte liefern als die Schnelltests, die in den meisten Praxen verwendet werden. Mit automatisierten Sedimentanalysen und digitalen Bildauswertungen sind objektivere Beurteilungen möglich als mit manueller Mikroskopie. Bakterien werden exakt ausgezählt, anstatt nur als "Bakterien+ oder ++" angegeben zu werden. Labormediziner untersuchen den Urin systematisch und vermeiden so Fehlinterpretationen, die in der Praxis durch die meist allgegenwärtige Hektik oder mangelnde Routine entstehen können. Besonders die feinen Unterschiede bei Kristallen, Zelltypen oder Bakterien werden im Labor oft besser erkannt - und genau diese kleinen Unterschiede können für die Diagnose entscheidend sein. Zudem können viele Praxen keine Bakterienkulturen mit Antibiogramm anlegen.

Ich sag immer genau dabei, was ich haben möchte.
Das ist super - aber man muss eben auch erstmal wissen, was genau man braucht. Es reicht ja offenbar nicht in jeder Praxis oder sogar in manchen Tierkliniken, einfach um ein "Nierenprofil" oder eine umfassende Urinanalyse zu bitten.
 
Also ganz genau wie im Labor ists in der TA-Praxis nicht. Sie kann z.B. einen HWI feststellen aber nicht um welche Bakterien es sich genau handelt und ein Antibiogram erstellen kann sie auch nicht. Wenn man diese Infos braucht, muss der Urin ins Labor geschickt werden. Das macht sie aber nicht mit selbst aufgefangenen Urin sondern nur mit per Blasenpunktion entnommenen Urin. Deshalb habe ichs immer so gemacht, dass ich in der Praxis habe testen lassen und wenn ein HWI vorlag, gabs ein gängiges AB. Wäre der HWI damit nicht verschwunden, hätte ich eine genauere Analyse machen lassen.

Unglaublich, dein Erlebnis in der TK! :amazed:

Ja. Das zeigt, dass sie das nie machen. Was ich echt krass finde.

Das ist super - aber man muss eben auch erstmal wissen, was genau man braucht. Es reicht ja offenbar nicht in jeder Praxis oder sogar in manchen Tierkliniken, einfach um ein "Nierenprofil" oder eine umfassende Urinanalyse zu bitten.

Ne. Das ist dann zu allgemein.
 
Danke Judith für den Link. Ich habe mit unserer aktuellen Praxis offensichtlich wirklich Glück und kann deshalb keine schlechten Erfahrungen berichten. Aber mit diesen Informationen verstehe ich noch mal ein bisschen besser, was die Ärztin mir bisher zum Thema gesagt hat.
Es ist ja immer gleich so viel Input bei den Untersuchungen. Da ist es gut, wenn man schon mal vorher ein paar Sachen gehört hat oder zumindest danach noch mal nachlesen kann.

Ich liebe dieses Forum dafür, dass man so viel über Katzengesundheit auch abseits von Diabetes lernen kann. Ihr seid echt klasse, alle miteinander!
 
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